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Gempenlauf (7.8km / 426 hm)

Letzten Mittwoch Abend nahm ich am Gempenlauf teil. Ich bin ja eigentlich auf Städtemarathons „spezialisiert“ und der 7.8km lange Berglauf mit seinen 426 Höhenmetern war für mich ein willkommenes Training. Und so nahm ich das Ganze relativ gelassen. Im Vorfeld habe ich rasch erkannt, dass Martina Strähl – die ja ungefähr meine Marathonzeit läuft – mein Massstab sein sollte. Ok, ihre Spezialität sind gerade diese Bergläufe, also sollte ich zumindest kurz hinter ihr laufen können. Mein Ziel war also gesetzt.

Vor – und am Start fühlte ich mich sehr locker. Es tat mal richtig gut an einem Lauf teilzunehmen wo es nicht nur darum geht eine neue PB zu laufen, sondern einfach mal mitmachen und sehen was geht. Eben, als gutes Training. Am Start waren viele Jugendliche vom Schweizer OL-Nachwuchs-Kader, mir war also gleich klar, dass da gehörig losgesprintet würde. Und tatsächlich, kaum knallte der Startschuss durch die angenehme Abendluft war ich schon wieder viel zu schnell unterwegs. Da ich aber keinem Druck ausgesetzt war, konnte ich den Startsprint gut unter Kontrolle halten. Meine Garmin Uhr zeigte nach rund 500m eine Pace von ca. 3:10 Min/km an – es war da ja auch noch flach. Als der Kurs nach rund 700m anfing zu steigen, hatte ich aber unglaublich schnell meine Pace gefunden. Das Feld war da bereits angenehm dünn und tatsächlich erkannte ich die führende Frau (eben, Martina) die in einem gut sichtbaren Shirt lief, rund 50 – 80m vor mir. Sie ist also etwas mutiger gestartet – was sicher für ihre Erfahrung bei solchen Bergläufen spricht.

Es folgte eine rund 4 -5 km lange, ziemlich gleichmässige Steigung, die ich als gut laufbar bezeichnen würde. Mir ging es immer sehr gut. Ich quälte mich nicht, lief was ging – und liess mich von der Freude tragen. Immer wieder blickte ich kurz nach vorne, ob das farbige Shirt noch zu sehen war und zu meiner Verwunderung blieb der Abstand während des gesamten Aufstiegs stets konstant. Es folgte beim Dorf Gempen ein etwas flacheres Stück und da konnte ich gleich noch einmal beschleunigen. Im Feld tat sich nicht viel. Meine Position schien von Anfang an gesetzt. Im Dorf selber folgte noch einmal eine etwas härtere Steigung, aber auch diese verdaute ich gut.

Nun kam das letzte Stück durch den Wald. Als Marathonläufer kommt es einem ja komisch vor, wenn das Ziel schon naht, kaum ist man gestartet. Ich wusste, dass die allerletzten hundert Meter auf einem engen Pfad zu laufen sind. Überholen ist da schwierig. Dennoch liess ich den Läufer neben mir vor mir in diesen Weg einbiegen. Aber ich merkte bald, dass er nicht mehr richtig Kraft hatte. Also nutze ich die Gelegenheit einer kurzen Stelle wo der Weg etwas breiter war, überholte ihn und spurtete noch bis ins Ziel. 34:08 – da war ich doch sehr zufrieden. Martina stand auch da, als sei sie gerade eben angekommen. Ich lief mit einem „Gratuliere!“ an ihr vorbei, trank einen Becher Isostar und machte mich gleich auf den Rückweg.


8 km waren mir als Training doch etwas zu wenig und so lief ich den gesamten Weg wieder runter. Ich lief all den Läufern(Innen) entgegen und klatsche ihnen noch zu. Natürlich fiel noch der einen oder andere Spruch, „das Ziel ist aber in die andere Richtung!“, usw. Es hat richtig Spass gemacht. Dann aber war ich auf einmal ganz einsam. Die Strasse war ja gesperrt. Kein Auto. Der ganze Weg für mich alleine. Es war irgendwie ein tolles Gefühl nach diesem gelungenen Lauf. Witzig war vor allem, dass ich beim „Auslaufen“ schneller unterwegs war, als beim eigentlichen Rennen – verkehrte Welt heute Abend. Doch plötzlich zogen ganz schnell dunkle Wolken auf und es fing an in Strömen zu regnen. Unten im Dorf knallte dann noch ein Blitz angsteinflössend durch die Wolken.
Schliesslich erreichte ich doch noch die Garderobe.

Im Ziel erfuhr ich dann, dass Martina Strähl einen neuen Streckenrekord bei den Frauen aufgestellt hat (Gratulation!). Sie lief eine 33:50 – war also 18s schneller als ich. Und das war ja eigentlich genau das was ich erreichen wollte. Perfekt. Zu guter Letzt landete ich in meiner Altersklasse M40 sogar noch auf dem Podest: 3. Rang, dafür gab es eine tolle Trinkflasche aus Stahl (musste dafür aber auch noch über eine Stunde auf die Rangverkündigung warten und kam deshalb etwas spät nach Hause).


Alles in allem ein toller Trainingslauf. Hat richtig Spass gemacht!


Der Link zum Gempenlauf 
    

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