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Herbstlauf Riehen 2012

Herbstlauf Riehen vom 21. Oktober 2012 (Staffelmarathon: 6 x 7km)

Ausser Marathon und Halbmarathon bin ich noch fast keine anderen Wettkämpfe gelaufen. Nun aber hiess es beim Herbstlauf Riehen (http://www.herbstlauf-riehen.ch/) die Marathondistanz mit einem Team in 6 x 7km aufzuteilen. In der Regel besteht deshalb ein Team auch aus 6 Läufern, aber in der Gruppe "offen" darf man die 6 Teilstücke einteilen wie man will - im Extremfall kann einer auch einen Marathon laufen - dies machte jedoch niemand. Wir, das ist die neue Marathongruppe vom TV Riehen, waren aber zu Dritt am Start

(Marek, der eigentlich Vierte hatte schon einen anderen Termin) und so teilten wir uns die 6 x 7.033 km so auf, dass jeder 2 Mal eine Runde absolvieren musste. Zuerst Carmelo, dann ich und schliesslich Pascal und dann das Ganze noch einmal. Und eben… 7km. Solche Distanzen kannte ich bis Dato nur aus dem Intervalltraining. Am Vorabend erfahre ich, dass Aeneas mit seinem Laufteam auch mit läuft. Und die sind in der Region als äusserst schnell bekannt. So heisst die Devise: An den Start gehen, alles geben und schauen wo wir am Ende landen…

Ein herrlicher Sonntag wie aus dem Bilderbuch mit blauem Himmel und Temperaturen von über 20°C begrüsste uns und sorgte entsprechend für gute Stimmung – was will man mehr. Elissa, meine Frau, musste leider an diesem Sonntag arbeiten, so nahm ich meine beiden Kinder (fast 6 Jahre und 7 Monate) mit an den Lauf. Meine Eltern begleiteten mich um auf die Kinder aufzupassen, was für mich eine enorme Hilfe war und es überh
2012-10-21 11-29-36 0016aupt erst möglich machte an dem Lauf teilzunehmen. Es war auch so leider etwas hektisch, da ich doch immer zwischen Rennverlauf und Kinder hin- und her rannte. Aber es war ok.
Um Punkt 11 Uhr fiel der Startschuss, Carmelo, ganz in Schwarz elegant gekleidet lief los und positionierte sich frech an dritter Stelle. Die ersten 300m verliefen auf der Stadionbahn und so konnte man das Feld gut beobachten… dann verschwanden sie in der schönen Landschaft der „langen Erle“. Ich hatte mich längst umgezogen und fing an mich langsam warm zu laufen. Ich war seit 4 Wochen verletzt. Seit ich den Marathon in Basel gelaufen bin behinderten mich Schmerzen an der Leistengegend und am linken Knie. Die letzten 10 Tage musste ich ärztlich verordnet Entzündungshemmer schlucken und in dieser Zeit wo ich mein Training wieder (etwas zu schnell) aufgenommen hatte ging es recht gut. Keine Schmerzen mehr. Dann beim Einlaufen spürte ich sofort, dass der Schmerz an der rechten Leiste wieder da war. Aber ich wusste auch, da ich ja die letzten Wochen der Marathonvorbereitung schon mit genau diesem Schmerz gelaufen bin, dass es so oder so gehen würde. Aber trotzdem, ich hatte mir erhofft, dass ich ganz schmerzfrei loslaufen könnte an diesem herrlichen Renntag.

Dann ging es auf einmal Schlag auf Schlag: Carmelo rannte in einer guten Pace ins Stadion, zwar nicht ganz an der Spitze, aber dennoch sehr weit vorne. Er übergab mir den Zeitchip und dann war ich an der Reihe: los gings! Anders als ich es von meinen Marathonläufen gewohnt war musste ich jetzt schnell rennen. Ohne viel Erfahrung stürzte ich mich ins Abenteuer. Und es ging erstaunlich gut. Wie üblich waren beim schnellen Laufen auch keinerlei Schmerzen zu spüren – was mich sehr freute. Es machte auch Spass weil ich immer wieder andere Läufer überholen konnte. So habe ich stets einen Läufer der vor mir lief fixiert, bin zu ihm aufgelaufen, überholte diesen und machte so weiter bis ich schliesslich alleine unterwegs war. Einmal mehr hatte ich aber mit Seitenstechen zu kämpfen – ein echt neues Phänomen, das mich seit dem Minimarathon im Juni in Bellinzona verfolgt. Aber mittlerweile hatte ich gelernt damit umzugehen und so blieb das Problem nur unterschwellig, natürlich hat es mich etwas gebremst, aber es ging.

Die Kilometerschilder flitzten schnell an mir vorbei und schon befand ich mich auf den letzten 1000m, das Stadion in sichtweite, zog ich das Tempo noch einmal leicht an und übergab nach 26:47 Min. an Pasci (Naja, mein Ziel war möglichst nahe an 26 Minuten heranzulaufen, ich war zufrieden, fürs Erste). Pasci lief wie von der Tarantel gestochen los und zeigte, dass er auf dieser Distanz zu den Schnellsten gehört. Als er nach 25:34 Min. den Zeitchip wieder an Carmelo übergeben konnte, der sich auf seine zweite Runde machte, lag unser Team sogar in Führung! Doch die Konkurrenz profitierte nun davon, dass wir keine frischen Leute mehr am Start hatten. Jeder von uns musste seine zweite Runde laufen. Carmelo gelang dies am besten, dies insofern, weil er beide Runden in etwa der selben Zeit laufen konnte. Pasci und Ich büssten für die zweite Runde jeweils über eine Minute an Zeit ein. Aber schliesslich kam es für uns doch noch zu einem sensationellen Erfolg…


Während das Törli Sports Team mit Schlussläufer Aeneas in einer Gesamtzeit von 2:39:09 den Tagessieg feiern konnten, so erreichten wir in einer fabelhaften Zeit von 2:43:55 den stolzen zweiten Rang. Ein guter Einstand für das TV Riehen Marathonteam – würde ich meinen.

Wie eingangs beschrieben war ich durch meine Kinder sehr abgelenkt und ich konnte das Renngeschehen nur teilweise verfolgen, aber dennoch war es ein toller Tag, ein toller Lauf und ein tolles Ergebnis!
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   Pasci, Carmelo und ich

Am Abend kam dann die Ernüchterung… der Muskelansatz an meiner Leiste brannte und mein Knie schmerzte höllisch. Die Augen auf die nächste Marathonvorbereitung gerichtet ist das natürlich keine angenehme Situation. Immerhin: heute, also zwei Tage später, sind die Schmerzen zum grössten Teil weg. Gut auch, dass ich derzeit noch in Ärztlicher und Physiotherapeutischer Behandlung bin. Das lässt mich auf eine komplette Genesung hoffen.