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Marathonguru

Immer mal wieder kommt die Frage auf: Soll ich mein Marathontraining ändern? Brauche ich eine neue Trainingsphilosophie? Oder gar einen persönlichen Trainer der mir stets zur Seite steht und mir alle Fragen sofort beantwortet?

Ja, immer mal wieder steigere ich mich in dieses Gedankenkarussell. Vor allem in Situationen wie dieser in der ich gerade stecke. Der letzte PB-Marathon liegt verletzungsbedingt rund 1.5 Jahre zurück und die biologische Uhr tickt. Ein Grund für eine Torschlusspanik und überschnelles Handeln. Da muss ein Trainer-, ein Meister-, ein Guru hin, der mich in zwei Wochen wieder auf den Marathon-sub-2:40–Weg bringt – koste es was es wolle!!

Aber, ist das realistisch? Was soll denn dieser Jemand wissen, was ich noch nicht weiss? Immerhin bin ich zwischen Herbst 2011 und Herbst 2014 sechs (6!) Mal Marathon-PB gelaufen! Und alles „nur“ mit den Planvorgaben von Peter Greif (deutscher Marathontrainer). 2013 und 2014 bin ich sogar jeweils im Frühling und im Herbst PB gelaufen (äh, PB heisst übrigens persönliche Bestzeit). So quäle ich mich nun seit einer Woche intensiv mit dem Gedanken das ganze Trainingssystem zu ändern oder gar einen persönlichen Marathontrainer zu suchen (was schnell teuer wird).

Und dann nach tagelangem hin-und her, fällt es mir wie Schuppen von den Augen: ICH BIN MEIN EIGENER GURU!! Niemand kennt mich besser als ich selbst. Und durch das Greif-Training in den letzten Jahren und den Austausch mit vielen Läufern ist mir klar: ich kenne die Grundlagen, ich weiss was es braucht – und was zu viel ist. Es steckt alles in mir.  Ich brauche niemanden der mich „beaufsichtigt“. Oder wie es in der Läuferszene heisst „bremst“.
Ich stosse nächstes Jahr zur Altersklasse M45 auf und wenn alles klappt laufe ich in 27 Tagen meinen 25. Marathon – das ging nicht alles spurlos an mir vorbei, ich habe einiges erlebt, den Hammermann und den Höhenflug.

Zu glauben, dass da jemand ist, der mich durch ein „Wundertraining“ oder eine „Wundermethode“ zu neuen Marathonbestzeiten laufen lässt, ist eine Denkfalle, eine Illusion. Klar kann es durch den Austausch mit anderen zu neuen Trainingsreizen kommen, klar. Aber das sind immer nur Einzelbausteine.    

Ich glaube, es ist eher der Zeitpunkt mich hinzustellen und zu fragen, will ich meine Marathon-PB noch versuchen unter sub 2:40 zu drücken? Und wenn da ein Ja kommt, dann gibt es nur eines: Trainieren! Und zwar genau so erfolgreich wie ich das mit den Greif-Plänen in den letzten 5 Jahren gemacht habe. Und ob ich dabei irgendwann zu running.COACH wechsle wird am Ganzen nichts ändern.

Immer wieder fällt man beim Marathontraining in diese Denkfalle. Man meint da gibt es etwas, das das Ganze vereinfacht. Aber meine Erfahrung zeigt, dass Marathon etwas vom Ehrlichsten ist, was es im Leben gibt. Du kannst nicht Schummeln und keine Abkürzungen nehmen. Belohnt wird einzig das was Du bereit bist im Training zu leisten. Die Marathonzeit ist (abgesehen natürlich von äusseren Umständen und der Tagesform am Tag X und den biologischen Voraussetzungen!!) letztlich der faire Lohn für das was Du trainiert/geopfert hast (und hier gilt nicht nur je mehr desto besser, sondern und vor allem je optimaler desto besser).

Natürlich frage ich weiterhin was andere in gewissen Situationen denken und raten, aber grundsätzlich richte ich meine Fragen rund um das Marathontraining in Zukunft an niemand geringeren als mich selbst! I am my own guru! :-D

So – und jetzt wird noch einmal gekämpft!! Alles geben… für nichts – nur für etwas wenig Ruhm und Ehre – der ganze Rest ist einzig für mich selbst! Sub 2:40 – Fokus!!!