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Ich setze Malle-Joker auf Parismarathon

Jeder Marathon hat seine Geschichte, die ihn einzigartig macht. Und die Geschichte die beginnt natürlich bereits mit der Vorbereitung. Ich trainiere aktuell für den Parismarathon 2017. Letztes Jahr war ich auch für den Parismarathon angemeldet, konnte dann aber nicht daran teilnehmen, da mich erst eine Grippe und direkt im Anschluss eine Achillessehnenentzündung ausgebremst hatten.

Auch dieses Jahr begann die Vorbereitung nicht optimal. Zwar konnte ich im Dezember gut ins Training starten und ich erinnere mich an viele Intervalleinheiten in der kalten Dunkelheit – mit Stirnlampe und sehr müde. Da ich es im Dezember und Januar beruflich sehr streng hatte, musste ich die eine oder andere Trainingseinheit streichen – so fehlten mir vor allem die Tempoläufe.

Schliesslich fing ich mir dann Ende Januar wieder die Grippe ein. Ich lag fast bewegungslos und richtig schwach im Bett – ganze 8 Tage lang! Und als ich am 9. Tag mein Training mit einem lockeren 8km Lauf wieder aufnehmen konnte, kam es mir vor, als klebten meine Schuhe auf dem Asphalt. Es war hart – und der Puls ungewohnt hoch. Ich schummelte mich irgendwie durch die Woche und spulte am Sonntag trotz allem einen vielversprechenden 35km Lauf ab. Doch darauf reagierte mein rechter Oberschenkel. Ich musste in der Folge den Leimentaler 15km-Wettkampf streichen und es drohte sogar Gefahr für das geplante Trainingslager auf Mallorca mit meinem Laufverein Basel Running Club BRC. Ich lief mit Vernunft am Limit.

Da die Vorbereitung bis zu diesem Zeitpunkt eher etwas den Erwartungen hinterherhinkte, hatte ich noch eine letzte Chance: das Trainingslager auf Malle – wenn das sitzen würde, dann wäre ich für den Parismarathon wieder im Fahrplan. Also setzte ich meinen letzten Joker und flog auf die «Hausfraueninsel»!

Am 25. Februar trafen wir auf Mallorca ein. Traumhafte Bedingungen hiessen uns für eine tolle Trainingswoche willkommen. Die Stimmung im Verein war sensationell. Aber würde mein Oberschenkel halten? Am zweiten Tag liefen wir 3*4000m Intervalle auf einer unglaublich schönen, aber auch sehr anspruchsvollen Strecke. Ich quälte mich so gut es ging und am Tag darauf hatte ich so grosse Schmerzen im Oberschenkel, dass ich erst den geplanten Lauf am Nachmittag ausfallen lassen wollte. Ich hatte Angst ich würde irgendwo auf der Strecke bleiben. Aber wie ich es schon so oft erlebt hatte, so erlebte ich einmal mehr ein «Wunder»: ich nahm am Lauf teil, hielt mich nicht sonderlich zurück und die Strecke war mit einem fantastischen 3km – Trailabschnitt bergab – recht belastend… doch danach waren die Schmerzen weg – komplett verschwunden!!!

Das Trainingslager war ein Hit! Auch wenn ich mich auf dem 35km-Lauf komplett verlaufen hatte, so sass jede qualitative Einheit wie sie sollte – und das stimmte mich äusserst zufrieden.
Der Rhythmus von (als Beispiel 1 Tag): Essen – Laufen – Schlafen – Essen – Schlafen – Laufen – Spa – Schlafen – Essen – Schlafen (mit viel Lachen dazwischen) tat mir einfach nur gut. Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle an Rainer und Lucas, die das ganze so toll organisiert haben - einfach Spitze!!! Danke BRC!!!
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Zurück im Alltag konnte ich mein gutes Training (trotz Kinderfasnacht ;-)) auf einem guten Niveau halten. Einzig mein geplanter Halbmarathon Wettkampf für den darauffolgenden Sonntag (also heute) musste ich schon bald ins Wasser fallen lassen. Lange habe ich überlegt, wie ich darauf reagieren sollte – und ich bin auf nur einen Schluss gekommen: 30km laufen – und darin einen Halbmarathon so integrieren, als wäre es ein Wettkampf. Jeder LäuferIn weiss, dass das nur schwer geht. Im Wettkampf ist man voller «Kampfhormone» und läuft automatisch einiges schneller.

Aber heute hatte ich einfach den richtigen Kopf. Ich war mental stark. Der blaue Himmel und die Sonne motivierten mich zusätzlich. Ich habe mir im Kopf die Strecke zurechtgelegt und bin nach rund 1.8km Einlaufens einfach wie von der Tarantel gestochen losgelaufen. Das Tempo war von Beginn weg hoch und das Erstaunliche: es blieb hoch – und obwohl mir im Training gerade die Tempoläufe fehlten, lief es mir heute erstaunlich gut. Die 10km – Marke erreichte ich nach 37:08 – und ich fühlte mich dabei so gut, dass mir von da an klar war, dass ich bestimmt nicht gross einbrechen würde. Ich musste auf meiner Runde insgesamt 8mal verschiedene gut befahrene Strassen überqueren – und ich habe es tatsächlich so getroffen, dass ich auf den gesamten 21.1km nie anhalten musste – ich konnte voll durchziehen – bis zum Ende – und das in 1:19:29!!! Verrückt, ich finde das einfach nur verrückt. Im Training. Alleine. Crazy.
Das dürfte man eigentlich niemandem erzählen…
20170312 THM


So bin ich nun voll im Training für den Parismarathon vom 09. April 2017. Noch 28 Tage.
Mein Ziel wird nach wie vor bleiben: so nah wie möglich an die 2:45:00 heran zu laufen….

Morgen geht es weiter!