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Motivation

Die Motivation, somit also die psychologische Strategie, wird bei vielen Marathonläufern komplett unterschätzt. Ich selber habe es immer wieder erlebt, wie ich mich dem Kräfteeinbruch auf den letzten 10-12km völlig wehrlos ergeben habe.

Aus dem Kämpfer aus der Vorbereitungszeit wurde ohne Gegenwehr ein harmloses Lämmchen, das auf den letzten Kilometern nur noch langsam dahinschlich. ABER - gut vorbereitet, mit der richtigen Motivations-Strategie in der Tasche, gelingt einem an einem guten Tag auf den letzten Kilometern genau das Gegenteil. Aus innerer Kraft heraus können Tiefs (und die kommen im Marathon garantiert) erfolgreich überwunden werden. So gelingt ein kraftvoller Endspurt bei dem man so richtig den Asphalt aufreisst...


So wie ich es diesen Frühling beim Hamburgmarathon umsetzen konnte. Schon ab km 28 wurde es schwer – aber ich war knallhart programmiert. Denn in den letzten 8 Wochen vor dem Marathon, habe ich mir bei JEDEM Training km 32 fokusiert. Ich stellte mir vor, wie ich diesen km-Punkt in der geplanten Zeit (4er Schnitt) erreichen würde und dass ich ab da bis km 42 durchziehen würde. Nichts in der Welt würde in der Lage sein mich zu stoppen – NICHTS! Diesen Gedanken habe ich richtiggehend in mich eingebrannt: „Ab km 32 geht es los! Ab km 32 wird durchgezogen! Ab km 32 heisst es Geschwindigkeit bis zum Zielstrich halten!“ - und so kam es auch…

Die mentale Vorbereitung ist sicher sehr individuell. Aber es ist enorm wichtig, dass man sich ein Bild visualisiert, das man ganz fest verinnerlicht. Ich persönlich baue diesen Teil in meine ruhigen Dauerläufe - oder in den ersten Laufkilometer einer harten Einheit ein. Da suche ich nach Gedanken und Bilder die mir Kraft und Durchhaltewille geben. Und diese werden dann bei JEDEM Training im Geiste verankert. Ich stelle mir ZB vor, wie mein knapp 7 jähriger Sohn Zuhause meinen Lauf mitverfolgt und dann denke ich ganz fest, begleitet mit intensiven Emotionen: „Lauf für ihn – los, halte für ihn durch – beiss, beiss, tu es für ihn!“ – und wenn ein solches Gedankenmantra vorher x-mal durchgegangen wurde, inkl. der positiven Emotionen die dieses Bild auslöst, da kann man sich sicher sein, da traut sich der innere Schweinehund nicht einmal in die Nähe – er wird schweigen wie ein Grab – mehr noch, er wird ehrfürchtig staunen!

Neben dem Aufbau der mentalen Stärke sollte aber nicht vernachlässigt werden, dass es auch ganz anders kommen kann und man am Tag x kläglich scheitert… ja, so was kommt in den besten Familien vor! ;-) Sei es wegen einer Verletzung, einem Sturz, Unwohlsein oder weil man schlicht und einfach einen schlechten Tag erwischt – es gehört auch zur Vorbereitung dazu, dass man diese Varianten durchspielt. Man liest immer wieder, dass man sich drei Ziele stecken sollte: 1. Das Top Ziel schlecht hin – in den meisten Fällen eine PB oder eine bestimmte Bombenzeit. 2. Ein zweites respektables Ziel als Trostpflaster, mit dem man an dem Tag auch zufrieden sein würde und schliesslich 3. Noch ein absolutes Minimalziel, dass gerade noch so - trotz allem - für gute Laune sorgt. Alles darunter fällt dann eh in die Kategorie, abhaken und neu anmelden.


Also, motiviere Dich, suche DEIN Mantra, DEINE inneren Bilder die Dir einen eisernen Durchhaltewillen verleihen… Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, es kommt nur auf die Wirkung an!

„ich halte durch, ich halte durch, ich halte durch!“

„keine Schmerzen, keine Schmerzen, keine Schmerzen!“

„Ich will diesen Holger noch einholen, ich bin schneller als Holger, ich stecke den Holger in den Sack!“

„Weiter, weiter, los – immer weiter!“

„Die Schmerzen vergehen, der Stolz bleibt!“

„Schneller, schneller, da geht noch was, schneller!“

„Vordermann fokusieren und langsam aufschliessen, los langsam aufschliessen!“